Die Norm defi­niert Wider­stands­klas­sen, Wider­stands­zei­ten (Zeit, die ein Pro­dukt einem Ein­bruch stand­hält), Täter­ty­pen und wei­tere Eck­da­ten. Die Wider­stands­klas­sen wer­den seit Sep­tem­ber 2011 mit „RC“ für „resis­tance class“ bezeich­net. Neu ein­ge­führt wurde die Wider­stands­klasse RC 2 N, die ledig­lich mit Stan­dard­fens­ter­glas aus­ge­führt wer­den kann. In Neu– und Umbau­ten erhält man durch den Ein­bau geprüf­ter ein­bruch­hem­men­der Fens­ter und Fens­ter­tü­ren sowie Türen nach EN 1627:2011 min­des­tens der Wider­stands­klasse RC 2 (N) einen guten Ein­bruch­schutz. Bei die­sen Fens­tern und Türen ist sicher­ge­stellt, dass es in der Gesamt­kon­struk­tion (Rah­men, Beschlag, Ver­gla­sung bzw. Tür­blatt, Zarge, Schloss und Beschlag) kei­nen Schwach­punkt gibt.

RC 1 N (neu)

Es wird ein zer­stö­rungs­freier Mani­pu­la­ti­ons­test mit Klein­werk­zeu­gen durch­ge­führt. Bau­teile der Wider­stands­klasse wei­sen einen Grund­schutz gegen Auf­bruch­ver­su­che mit kör­per­li­cher Gewalt wie Gegen­tre­ten, Gegen­sprin­gen, Schul­ter­wurf, Hoch­schie­ben und Her­aus­rei­ßen (vor­wie­gend Van­da­lis­mus) auf. Die Klasse wird ledig­lich mit Stan­dard­fens­ter­glas ausgeführt.

RC 2 N (neu)

Der Gele­gen­heits­tä­ter ver­sucht, zusätz­lich mit ein­fa­chen Werk­zeu­gen, wie Schrau­ben­dre­her, Zange und Keil, das ver­schlos­sene und ver­rie­gelte Bau­teil auf­zu­bre­chen. Ein direk­ter Angriff auf die ein­ge­setzte Ver­gla­sung ist nicht zu erwar­ten. Die Klasse wird ledig­lich mit Stan­dard­fens­ter­glas (d.h. ohne Sicher­heits­ver­gla­sung) ausgeführt.

RC 2 (alt WK 2)

Der Gele­gen­heits­tä­ter ver­sucht, zusätz­lich mit ein­fa­chen Werk­zeu­gen, wie Schrau­ben­dre­her, Zange und Keil, das ver­schlos­sene und ver­rie­gelte Bau­teil auf­zu­bre­chen.
RC 3 (alt WK 3)

Der gewohnt vor­ge­hende Täter ver­sucht zusätz­lich mit einem zwei­ten Schrau­ben­dre­her und einem Kuh­fuß, das ver­schlos­sene und ver­rie­gelte Bau­teil auf­zu­bre­chen.
RC 4 (alt WK 4)

Der erfah­rene Täter setzt zusätz­lich Säge­werk­zeuge und Schlag­werk­zeuge, wie Schlagaxt, Stemm­ei­sen, Ham­mer und Mei­ßel, sowie eine Akku-Bohrmaschine ein.
RC 5 (alt WK 5)

Der erfah­rene Täter setzt zusätz­lich Elek­tro­werk­zeuge, wie z. B. Bohr­ma­schine, Stich­säge oder Säbel­säge und Win­kel­schlei­fer mit einem max. Schei­ben­durch­mes­ser von 125 mm ein.
RC 6 (alt WK 6)

Der erfah­rene Täter setzt zusätz­lich leis­tungs­fä­hige Elek­tro­werk­zeuge, wie z. B. Bohr­ma­schine, Stich– oder Säbel­säge und Win­kel­schlei­fer mit einem max. Schei­ben­durch­mes­ser von 250 mm ein. Neben den Werk­zeu­gen ist auch die soge­nannte Wider­stands­zeit bei den  Wider­stands­klas­sen angegeben.

RC 2 = 3 Minu­ten
RC 3 = 5 Minu­ten
RC 4 = 10 Minu­ten
RC 5 = 15 Minu­ten
RC 6 = 20 Minuten

Ihr Team von HaBeFa.de

Umgangs­sprach­lich wer­den sol­che Türen auch Panik­tü­ren genannt. Das ist sach­lich nicht rich­tig, da Panik­tür­ver­schlüsse in der DIN EN 1125 gere­gelt sind. Die DIN EN 179 für Not­aus­gänge wird in Gebäu­den ange­wandt, wo kein öffent­li­cher Publi­kums­ver­kehr zu erwar­ten ist und die Anzahl der zu flüch­ten­den Per­so­nen gering ist und keine Panik ent­ste­hen kann. Die Per­so­nen sind mit dem Öff­nen der Flucht­tü­ren vertraut.

Funk­tion von Not­aus­gän­gen nach DIN EN 179
Zum Ein­satz kom­men spe­zi­elle Tür­schlös­ser (umgangs­sprach­lich auch Panik­schlös­ser genannt) und dazu pas­sende Tür­be­schläge (Klin­ken, Drü­ck­er­gar­ni­tu­ren). Diese Tür­schlös­ser las­sen es zu, dass sich der Not­aus­gang auch über die Klinke öff­nen lässt, auch wenn die Tür abge­schlos­sen ist.

Bei­spiele für Ein­satz­be­rei­che:

– Pri­vat­ge­bäude
– Neben­be­rei­che in Indus­trie­ge­bäu­den, Ver­wal­tun­gen, Ban­ken, Flug­hä­fen und Ein­kaufs­zen­tren die nicht öffent­lich zugäng­lich sind

Im Zwei­fel, ob es sich um einen Not­aus­gang nach DIN EN 179 oder um einen Flucht­weg nach DIN EN 1125 han­delt, sind immer die zustän­di­gen Archi­tek­ten bzw. Bau­äm­ter zu befragen.

Ein­satz­bei­spiel für einen Not­aus­gang nach DIN EN 179
An ein Gebäude ist eine zweite Treppe außen als so genann­ter zwei­ter Flucht­weg ange­baut und der Not­aus­gang wurde durch eine Not­aus­gangs­tür ver­schlos­sen. Im ers­ten Stock des Gebäu­des arbei­ten 12 Mit­ar­bei­ter. Allen Mit­ar­bei­tern wurde die Funk­tion des Not­aus­gan­ges erklärt. Ein öffent­li­cher Publi­kums­ver­kehr besteht nicht. Kommt es zum Bei­spiel im Erd­ge­schoss zu einem Brand, wer­den die Mit­ar­bei­ter über die ange­baute Außen­treppe aus dem Gebäude flüch­ten. Obwohl die Tür ver­rie­gelt ist, kann sie jeder­zeit über die Klinke geöff­net wer­den und die Mit­ar­bei­ter kön­nen sicher das Haus verlassen.

Das wäre z.B. in einer Dis­ko­thek aus fol­gen­den Grün­den nicht zuläs­sig.
1. Bei einer Dis­ko­thek han­delt es sich um ein Gebäude mit öffent­li­chem Publi­kums­ver­kehr.
2. Es ist nicht zu erwar­ten, dass alle Besu­cher mit der Funk­tion des Not­aus­gan­ges ver­traut sind.
3. Im Brand­fall wäre immer mit einer Panik zu rech­nen. Wenn aber eine grö­ßere Anzahl von Per­so­nen gegen die Tür drückt, kann auf­grund der hohen Rei­bungs­kräfte zwi­schen Schloss und Türz­arge die Klinke nicht mehr gedrückt wer­den. Der Flucht­weg bliebe ver­schlos­sen. In solch einem Fall müs­sen immer Panik­tür­ver­schlüsse nach DIN EN 1125 ein­ge­setzt werden.

Ihr Team von HaBeFa.de